Waskiewitz Drucken E-Mail

Gerard Waskievitz

„Hin-Sicht“

 

11.10. -24.11.2019

Ausstellungseröffnung: Freitag, 11.10. 2019, 19 Uhr.

 

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Die Kunst von Gerard Waskievitz

 

Das künstlerische Oeuvre von Gerard Waskievitz umfasst Werke in den Gattungen Malerei, Zeichnung, Skulptur und Holzschnitt. Dabei steht der Holzschnitt exemplarisch für die herausragende Eigenschaft des Malers zu verdichten. Die im Holzschnitt geronnene Essenz aus Malerei, Skulptur und Zeichnung wird ihm zu einem beinahe aphoristischen Ausdrucksmittel. Er sagt uns das Wesentliche mit wenigen Sätzen.

In seinen Holzschnitten sehen wir den Spiritus der malerischen Idee, den dynamischen Gestus der Skulptur, destilliert auf knapper Fläche, so dass auf den Betrachter der geistige Funke skizzen- und fratzenhaft wie eine platonische Idee überspringt.

Jede Verdichtung bringt eine Beschleunigung mit sich. Die Gesichter haben keine Zeit, um sich zu schonen und ein Lächeln zu formen. Den Körpern bleibt keine Zeit für Entspannung in ewigen Posen. So drängt sich alles im Hier und Jetzt. Es bleibt, es verharrt - der Gegenwart der Betrachtung ausgesetzt. Die ästhetische Wahrheit ist unbequem. An diesem Punkt ist die Kunst von Gerard Waskievitz zeitlos verwoben mit der Ideengeschichte und Kultur des Abendlandes. Hier ist kein Idealist, sondern ein psychologisch tiefgründiger Realist am Werk.

Doch betrachten wir nun seine Malerei, die Farben, das Inventar, die Textur der Bilder von Gerard Waskievitz .Was sehen wir? Was fällt vor allem auf?

Landschaften, die sich weigern wie Landschaften zu funktionieren. Der Blick kann nicht zum Horizont schweifend fliehen - er wird ins Innere des Bildes gesogen. Wir sehen Gegenstände, die sich weigern richtig zu stehen, die sich die Schwerkraft verleugnend krümmen, kippen, in das Bild aus dem Bild - und es gibt kein Entkommen!

Menschen, Frauen, Männer in offenen Räumen mit Symbolen, Gegenständen des Alltags, die jeder Tradition spotten, aber am Menschen haften als Kleidung, als dichte, fließende Farbe als häusliches Inventar oder Element der Natur.

Eine Matratze ist nicht zum Liegen da. Ein Stuhl lädt kaum zum Sitzen ein, wer dennoch sitzt, sitzt wie auf Kohlen. Eine Landschaft will nicht durch naive Wanderer genossen werden - es gibt keine. Alles scheint befleckt, doch liegt es an der Vergangenheit? Handelt es sich um Stillleben oder um klaffende Abgründe?

Gerard Waskievitz gelingt es mit deutlichen pastösen Pinselstrichen, dunklen erdigen Farbtönen, grell leuchtenden Farbaufträgen seinen Bildern eine seelische Tiefe zu verleihen, die die heutige Welt fast gänzlich verloren hat. Beim Betrachten entsteht der Eindruck einen vergessenen Teil seiner selbst wiedergefunden zu haben, den die mediale Alltagskultur so gründlich zuvor ausgewaschen hat. Von diesen Bildern wird man - hat man sie einmal gesehen und sei es nur flüchtig - verfolgt!

Es ist der Anblick der Überraschung, des gänzlich Ungeahnten, der im Geist des Betrachters wie Farbe haften bleibt, als würde der Maler im Kopf des Betrachters sein Gemälde erst vollenden oder unentwegt weiter malen.

Die Malerei Gerard Waskievitz` hat das zweite Gesicht an das man sich zu erinnern versucht, das immer als Fragezeichen über einem schwebt, nachdem man sich umschaut, um es in seiner Flüchtigkeit zu erhaschen.

Hinsicht  2019 Ol auf Leinwand 40 X 19 cm

 
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